Rusalka, Meerjungfrau

eden Tag kommt der Prinz zum Angeln ans Ufer, und jeden Tag zieht er die unwahrscheinlichsten Dinge aus dem Wasser. Schuld daran ist Rusalka, die sich einen Spaß mit dem Prinzen erlaubt, und sich jeden Tag ein wenig mehr in ihn verliebt. Doch ist eine Beziehung zwischen einem Prinzen und einer Meerjungfrau überhaupt möglich? Als Rusalkas Sehnsucht nach der Menschenwelt immer stärker wird, beauftragt der Wassermann die Hexe Jezebaba, Rusalka in eine junge Frau zu verwandeln. Der Preis dafür ist allerdings hoch: Die Meerjungfrau bekommt zwar den Körper eines Menschen, aber nicht dessen Sprache.
Das Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen ist wohlbekannt. Den zahlreichen Bearbeitungen des Stoffes fügt das Staatstheater Nürnberg mit „Rusalka, Meerjungfrau“ eine Kinderoper hinzu, die das Problem der Verständigung zwischen den verschiedenen Lebenswelten in den Vordergrund rückt – bildhaft dargestellt durch die verschiedenen Sparten des Theaters: Der Prinz ist ein Sänger, Rusalka dagegen eine Tänzerin. Werden die beiden die Sprache des anderen jemals verstehen oder gar sprechen können? Oder wird Jezebaba am Ende doch gewinnen und Rusalka beim Prinzen ausstechen, weil sie seine Sprache sprechen kann? Aber zum Glück gibt es auch noch den Kraken Chobot, der Rusalka mit seiner guten Laune und seinen zahlreichen Armen tatkräftig dabei unterstützt, ihren Traum zu verwirklichen.
Die Uraufführung von „Rusalka, Meerjungfrau“ in der ersten Spielzeit von Staatsintendant Jens-Daniel Herzog setzt ein Zeichen für die spartenübergreifende Zusammenarbeit am Staatstheater Nürnberg. Sänger, Tänzer, ein Schauspieler und Mitglieder der Staatsphilharmonie Nürnberg erzählen die Geschichte gemeinsam. In 60 Minuten werden die Kinder in Rusalkas Unterwasserwelt und in das Schloss des Prinzen entführt. Die Musik dazu liefert der tschechische Komponist Antonín Dvořák, die Samuel Bächli für ein Kammerensemble bearbeitet hat.