Così fan tutte

Der Zyniker Don Alfonso hat seine ganz eigene Meinung über die Frauen. Die Begeisterung seiner verliebten jungen Freunde Guiglielmo und Ferrando für ihre schönen Geliebten provoziert ihn zu einer Wette: Werden Fiordiligi und Dorabella ihnen die Treue halten, wenn die Männer vermeintlich als Soldaten in die Welt ziehen und in Wirklichkeit verkleidet zurückkehren, um die Damen in anderer Gestalt zu verführen? Das Experiment beginnt und erzeugt neben komischen Verwechslungen auch tiefe Gewissensbisse, Unsicherheiten und Fragen an sich selbst: Was ist es, das da in mir fühlt, liebt und lügt? Und über allem schwebt Mozarts Musik, heiter, zweifelnd, traurig; sie erzählt die Gefühle, für die die Figuren keine Worte mehr finden.
Anlässlich der Uraufführung von „Così fan tutte“ am Wiener Burgtheater 1790 vermeldete der Wiener Korrespondent des Weimarer „Journal des Luxus und der Moden“: „Ich kündige Ihnen wieder ein vortreffliches Werk von Mozart an, das unser Theater erhalten hat. Es hat den Titel Così fan tutte. Von der Musik ist, glaube ich, alles gesagt, dass sie von Mozart ist.“ Die Begeisterung über das Werk war zunächst nur von kurzer Dauer. Vor allem am Textbuch wurde schon bald Kritik geübt, da es vielen anstößig und belanglos erschien. Für einen Partnertausch auf offener Bühne war das prüde 19. Jahrhundert nicht zu haben. Erst später erschloss sich der tiefere Gehalt des Werks, das leichthändig und tiefsinnig mit Geschlechterklischees spielt und sie ad absurdum führt – bitter für die Figuren, gnadenlos vergnüglich für die Zuschauer.