Kaspar

„Kaspar zeigt nicht, wie es wirklich ist oder wirklich war mit Kaspar Hauser. Es zeigt, was möglich ist mit jemandem“, schreibt Peter Handke. Der historische Fall wird in seinem Stück zum Modell für einen Zivilisierungsprozess, der in Zerstörung der Identität mündet. Sprache ist dabei nicht nur Zugang zur Welt, sie vermittelt gleichzeitig Ideologien, zwingt in vorgefertigte Denkmuster und bereitet dadurch zur Tauglichkeit in der Massengesellschaft vor. Die Litaneien, die Handke über seinen Kaspar herfallen lässt, stecken voller unerwarteter Nonsens-Funde. Die Inszenierung von Jan Philipp Gloger nimmt diese zum Anlass für ein Sprachspiel um Macht und Ohnmacht und eine Reise durch die deutsche Geschichte – in der Stadt, in der der geheimnisvolle Findling einst gefunden wurde.