Amphitryon

Jupiter nimmt die Gestalt Amphitryons an, um dessen Gattin Alkmene zu verführen. Damit löst der von allen #MeToo-Debatten noch gänzlich unbehelligte Göttervater ein Verwechslungsspiel aus, dessen Komik allerdings schon bei Molière nicht ohne Gewalt und Schmerz auskam. In Kleists tiefgründiger Bearbeitung gerät das „Ich“ dann ganz grundsätzlich in die Krise. Hausregisseurin Anne Lenk interessiert sich im Zeitalter der Simulation für die Lebensentwürfe von Menschen, die ihr Glück in der Optimierung suchen und sich dabei – durchaus auch komisch – immer wieder selbst verlieren.